KARTON
Architektur im Alltag der Zentralschweiz
Nummer 17 * Januar 10

«Obwalden - Lebensraum im Wandel»

KARTON 17 | 2010

INHALT

Obwalden - Warum ?

von Otti Gmür
Fragen zu unserer Landschaft, deren Zersiedelung, unseren Ansprüchen daran...

Das Schöne, das Banale, das Einfache

von Otto Scherer
Wohnen und Zusammenleben in durchdachter Einfachheit.

Baukultur statt Identitästverlust

von Peter Omachen
Im schnellen Wandel mit Gesprächskultur eine gute Baukultur bewirken.

Bewegte und bewegende Landschaft

von Ursula Mehr
Naturkräfte beeinflussen das Bauen im Bergkanton nachhaltiger als ökonomische Interessen.

Landschaft und Bauen

von Søren Linhart
Die Ansprüche an das Bauen ausserhalb der Bauzonen als Basis einer Baukultur.

Baukultur oder Baukunst

von Niklaus Oberholzer
Baukultur soll Hintergrund und Konturen haben.

Kein schöner Land?

von Angelus Eisinger
Anmerkungen zu Vergangenheit und Gegenwart in der Obwaldner Siedlungsentwicklung.

Fotospuren von Kurt Sigrist


Neues aus der HSLU T&A

Entwurfskurs Grundlagen der Architektur; Eternit-Objekte.


EDITORIAL

Vielfältig und unverkennbar statt gleichförmig und gesichtslos

von Lukas Bühlmann, Direktor Schweizerische Vereinigung für Landesplanung VLP-ASPAN
Pro Sekunde wird in der Schweiz knapp ein Quadratmeter Boden überbaut. Die Siedlungsfläche nimmt auf Kosten des Kulturlandes, der Naherholungsgebiete und der schönen Landschaften laufend zu. Im Kanton Obwalden ist dies nicht anders als in der übrigen Schweiz. Der Kanton hat - wie viele andere Kantone auch - reichlich Bauzonen ausgeschieden. Das Bevölkerungswachstum, zunehmende Bedürfnisse nach Wohnraum und steigende Ansprüche an die Mobilität machen eine gewisse Erweiterung des Siedlungsgebietes nötig. Müssen wir aber gleich derart viel Land für unsere Raumbedürfnisse opfern? Ist es unausweichlich, dass unsere Städte, Dörfer und Landschaften immer mehr die Siedlungsmuster der grossen Agglomerationen im Ausland übernehmen und das schweizerische Mittelland zu einem Los Angeles Europas wird? Wohnsiedlungen, Industrie- und Gewerbebauten, Einkaufszentren, Fachmärkte und Tankstellen, die sich unkoordiniert und ohne die gebotene Rücksicht auf die beschränkte Ressource Boden aneinander reihen und dazu führen, dass Städte und Dörfer sich kaum mehr voneinander unterscheiden? Erfreulicherweise gibt es immer mehr Gemeinden, die erkennen, dass sich eine gute Positionierung im Standortwettbewerb nicht darin erschöpft, günstiges Bauland zur Verfügung zu stellen, sondern dass vor allem Qualität gefragt ist. Landschaftliche Vielfalt, einzigartige Naherholungsgebiete, Dörfer mit belebten Ortszentren und wohnlichen Quartieren sind heute denn auch wichtige Standortfaktoren. Der Kanton Obwalden ist trotz der Entwicklung der vergangenen Jahre reich an schönen Natur- und Kulturlandschaften sowie einzigartigen Baudenkmälern. Diese landschaftlichen und kulturellen Werte gilt es - wie verschiedene Beiträge in dieser Ausgabe der Zeitschrift KARTON zeigen - zu schützen und zu pflegen, aber auch eigenständig weiterzuentwickeln. Dies stellt für den Kanton und die Gemeinden eine grosse Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine lohnenswerte Aufgabe dar.