KARTON
Architektur im Alltag der Zentralschweiz
Nummer 11 * Januar 08

«ÜBER RAUMPLANUG SINNIEREN»

KARTON 11 | 2008

INHALT

Raumplanung unsichtbar - ein Paradox

von Monika Imhof-Dorn
Am Beispiel von Sarnen wird die Schwierigkeit ländliche Siedlungen zu erhalten aufgezeigt.

Bauen statt abwandern

von Margrit Bauman
Zwei Beispiele wie baulich auf Abwanderung im Kanton Uri reagiert wird.

Landschaft im Kopf

von Angelika Juppien
Tradierte Landschaftsbilder bestimmen unser Verhältnis zum Landschaftsraum.

Bauzonen für alle

von Esther Ambühl Tarnowski
Der Prozess bei einer Ortsplanung ist fast so wichtig wie das Resultat.

Diskutieren über Ortsplanung

von Ursula Mehr
Eine Gesprächszusammenfassung

Beitrag HSLU T+A

Arbeiten des CCTP


EDITORIAL

Ansichtssache

von Ursula Mehr
Themen der Raumplanung wie der neue Richtplan in Obwalden, das Ferienresort in Andermatt oder Luzern 2022 beschäftigen zur Zeit die Medien. Sie erinnern daran, dass für jeglichen baulichen Eingriff, und sei es ein Leitungsmast oder eine Hochwasserschutzverbauung, raumplanerische Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Im Alltag ist Raumplanung oft kaum wahrnehmbar. Wenn wir uns zwischen den Häusern, auf der Autobahn oder im Zug bewegen, fehlt die übersicht. Wir in der Zentralschweiz - wie im übrigen Alpenraum - sind privilegiert, haben wir doch die Möglichkeit, die überbauten Gebiete von den Bergen herab zu betrachten. Wir können den Blickwinkel einnehmen, den auch die Planer beim Entwerfen haben. Der Blick vom Sonnenberg in Richtung Süden zeigt eine Landschaft mit klassischem Aufbau. Die atemberaubenden Berge bilden den Hintergrund, davor liegt ein Stück des Vierwaldstättersees, eingefasst von bewaldeten Hügeln, im Vordergrund erstreckt sich eine grosszügige Ebene. Sie ist übersät mit einem dichten, bunten Teppich aus grossen und kleinen Wohnhäusern, Gewerbe- und Industriebauten, Hochschule, Sportanlagen, Einkaufszentren, Parkplätzen, Gärtnerei, Strassen, Schienen, Grünflächen, Kreisel, Unterführungen und vielem mehr. Alles erscheint schön durchgemischt. Selbst für Ortsansässige ist es schwierig, die Grenzen zwischen der Stadt und den angrenzenden Gemeinden zu erkennen. Die Frage «Ist Raumplanung sichtbar?» diskutierten drei Architektinnen und eine Kulturingenieurin anlässlich eines Podiumsgesprächs in der Ermitage in Beckenried. Für diese Ausgabe von Karton hat jede einen Aspekt der Raumplanung aus ihrer Sicht zu Papier gebracht.