KARTON
Architektur im Alltag der Zentralschweiz
Nummer 09 * Mai 07

«DIE ZENTRALSCHWEIZ AM ZÜRICHSEE»

KARTON 09 | 2007

INHALT

Mit Bildern bauen

von Gerold Kunz
Die Schwyzer Bezirke March und Höfe und deren Bezug zur Stadt Zürich

Ruhender Pol

von Gerti Kaspar
Gemeindehaus in Wollerau von Graber & Steiger

Lichtschraube

von Cla Büchi
Villa in Wollerau von Daniele Marques

Hohe Wellen auf der Insel der Stille

von Sepp Rothenfluh
Projekt für Sommerrestaurant auf der Insel Ufenau von Peter Zumthor

Im Handwerk verwurzelt

von Dieter Geissbühler
über das Architekturbüro Waeber Dickenmann

Vom Dunklen ins Helle

von Andreas Gervasi
Villa in Wollerau von Valerio Olgiati

Beitrag HTA

Neuer Zielturm für den Rotsee


EDITORIAL

Die Zentralschweiz am Zürichsee

von Ursula Mehr
Diesmal sind wir an die Grenze gegangen. Seit 2004 berichtet Karton über Architektur in der Zentralschweiz. Wo sind die Grenzen dieser Region? Wie wird sie definiert? Eine Region lässt sich über geographische oder politische Grenzen, aber auch über ihre Bewohner und Benützer definieren. Die politischen und die geographischen Grenzen sind in der Schweiz klar und (meist) auch stabil. Bei der Definition über die Bewohner und Benutzer einer Region wird es jedoch schwieriger. Nehmen wir zum Beispiel das Urserental, den südlichsten Teil des Kantons Uri. Es liegt zwischen den Pässen Gotthard, Furka und Oberalp und hat eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Tourismusregion Urserental ist mit den angrenzenden Gebieten der Kantone Tessin, Graubünden und Wallis zusammengewachsen. Zudem liegt das Hochtal an der Gotthardroute, nach wie vor einer der wichtigsten Nord-Südverbindungen in Europa. Wo verlaufen hier die Grenzen der Zentralschweiz? Anders gelagert ist die Grenze des Kantons Schwyz am Zürichsee. Die Gemeinden mit Seebezug der Bezirke Höfe und March erscheinen in letzter Zeit öfters in den Medien, da sie sich inzwischen zum Einzugsgebiet von Zürich gemausert haben. An leichter Hanglage, mit Blick auf den See und weit entfernt von Kloten und Dübendorf liegen die Schwyzer Gemeinden im zweiten Agglomerationsgürtel der Stadt Zürich. Für viele in Zürich Erwerbstätige, insbesondere mit Familien, ist in Schwyz der Wohnraum überhaupt noch erschwinglich. Dies führt zu enormer Bautätigkeit in den Gemeinden, die mangels gemeinsamer Vorstellungen ihre Identität verlieren, und zu Pendlerströmen, die aufzunehmen die Strassen nicht ausgelegt sind. Bei den Bewohnern handelt es sich häufig um Neuzuzüger. Sie bringen durchaus auch positive Aspekte mit, wie neue Sichtweisen und gesunde Distanz zu ihrer Wohngemeinde. Ein Teil engagiert sich in der Gemeinde in Parteien, Vereinen oder Kommissionen. In Wollerau, der steuergünstigsten Gemeinde der Schweiz, sind durch private Initiativen diverse Kinderbetreuungsangebote entstanden, was wiederum die Attraktivität als Wohnort für Familien steigert. Wir erwarten, dass die Bautätigkeiten in diesen Schwyzer Gemeinden anhält, deshalb widmen wir dieser Region ein Heft, das sich mit der überregionalen Planung auseinandersetzt, interessante Einzelobjekte und ein engagiertes Architekturbüro vorstellt.